Exkursionen zur tmt31

Mit insgesamt vier verschiedenen Exkursionen hat Hans Schlosser, ehemaliger VDT-Vorstand und Düsseldorfer mit sehr guten Ortskenntnissen, während der tmt31 zu kulturellen Einrichtungen eingeladen. Diesmal kamen nur Ausflüge infrage, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar waren, da gemeinsame lange Busfahrten vermieden werden sollten. Aber Düsseldorf hatte genügend Potenzial für vier spannende Ausflüge mit engem Branchenbezug!

Erstes Ziel war der neue Campus der Hochschule Düsseldorf und hier der Fachbereich Medien. Die komplett neu gestalteten Studio- und Messräume, die zum Teil in aufwendiger Raum in Raum Technik erstellt und mit modernster Studio- und Messtechnik ausgestattet sind, beeindruckten die Teilnehmer bei der Führung durch Prof. Dr. Leckschat. Mit Wellenfeldsynthese und allen immersiven Systemen kann hier gearbeitet werden.


Akustische Messverfahren und Entwicklung von digitalen Schaltungen vervollständigen die vielfältigen Möglichkeiten von Lehre und Forschung. So können Studierende des Studienganges „Ton und Bild“ zusammen mit der Robert-Schumann-Hochschule optimal auf ihren späteren Beruf vorbereitet werden.

Drei Kirchen und ihre Orgeln im Zentrum der ehemaligen Residenzstadt Düsseldorf waren das Ziel der zweiten Exkursion. Als sogenannte Hinterhofkirche, die man von der Straße nicht sehen durfte, wurde die Neanderkirche 1687 im reformierten barocken Stil gebaut. Der Namensgeber Joachim Neander wirkte als reformierte Prediger unter anderem auch in den Kalkhöhlen im nahegelegenen Erkrath und gab so dem durch die Urzeitmenschen-Funde weltberühmten Tal, durch das auch die Düssel fließt, seinen Namen.


1965 wurde in der Neanderkirche die erste Orgel der Orgelbau-Firma Rieger mit spanischen Trompeten im Prospekt gebaut. Organist Sebastian Klein präsentierte sein Instrument mit allen für die damalige Zeit innovativen Möglichkeiten und endete mit einer Improvisation über das von Joachim Neander komponierte Lied „Lobe den Herrn“.

Die 1668 erbaute Maxkirche als Klosterkirche der Franziskaner besticht durch das noch erhaltene barocke Orgelgehäuse, in das die Fa. Klais 2008 mit vorhandenen alten Materialien eine komplett mechanische Orgel eingebaut hat. Diese Orgel, an der Felix Mendelsohn in seiner Düsseldorfer Zeit als Musikdirektor gerne gespielt hat, verfügt sogar noch über Hand-Blasebälge.
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Kantor Markus Belmann beendete seine inspirierende Orgelpräsentation dann auch folgerichtig mit einer Orgel-Sonate von Mendelsohn-Bartholdy.


Die neuromanische Basilika St. Antonius verfügt über die modernste und größte Orgel in Düsseldorf. Über 90 Register, verteilt auf die Emporenorgel, Chororgel und das Schwellwerk in der Vierungs-Kuppel erzeugen einen gewaltigen Klang. 2018 wurde das Gesamtorgelwerk durch die Orgelbaufirma Mühleisen vollendet. Die elektrische Traktur ermöglicht nicht nur viele elektronische Effekte, sondern auch eine variable Position des Spieltisches in der gesamten Kirche.


Trotz ihrer Größe verfügt diese Orgel auch über feine, leise Töne, die vor allem aus dem in 28 m Höhe positionierten Fernwerk kommen. Eine gute Gelegenheit für Organist Markus Hinz, seine Fähigkeiten und die der Orgel mit der Toccata von Charles Widor zu präsentieren.

Die dritte Exkursion führte die Teilnehmer in die Tonhalle Düsseldorf. Der als größtes Planetarium Europas 1926 errichtete Kuppelbau wurde 1943 durch Bombenangriffe zerstört und 1949 mit damaligen Mitteln als Rheinhalle wieder aufgebaut. 1975 erfolgte die Kernsanierung, doch die akustischen Probleme einer Kuppel wurden damals ignoriert und der „Klopfgeist“ zog in das Konzertgeschehen ein. Nach vergeblichen Versuchen den „Geist“ auszutreiben wurde 2005 durch ein einmaliges akustisches Konzept der Fa. Peutz in die Kuppel ein ‚rechteckiger‘ Raum eingebaut, der alle Anforderungen an einen modernen Konzertraum erfüllte.


Den Teilnehmern wurde zu Anfang per Präsentation die Geschichte der Halle und danach das akustische Konzept durch Dipl.-Phys. Klaus-H. Lorenz-Kierakiewitz von der Peutz Consult GmbH erläutert. Mit viel Neugier begab man sich dann in den Saal und hinter die Wandverkleidung und bis in die Spitze der Kuppel, um das akustische Konzept selbst zu erfahren und auch Impulsantworten aus dem Saal selbst wahrzunehmen. Ein Rundgang auf dem Dach der Halle bot einen wundervollen Rundblick auf den Rhein und die Skyline von Düsseldorf.

Die vierte Exkursion war der Robert-Schumann-Hochschule gewidmet. Hier wurde 1949 wie in Detmold eine Tonmeisterausbildung durch Prof. Dr. Trautwein ins Leben gerufen. Nach schwierigen Phasen vom Konservatorium über Institut der Musik Hochschule Rheinland Köln bis hin zur eigenständigen Robert-Schumann-Hochschule 1987 wurde dann das Institut für Musik und Medien geschaffen. Rektor Prof. Wippermann begrüßte die Teilnehmer im Partika-Saal und Prof. Dagmar Birwe zeigte Ü-Wagen, mobile Bildregie und das Studio im Partika-Saal. Per Taxi ging es dann zum externen Campus an der Georg-Glock-Str. Hier werden nach dem Auszug der ehemaligen Fachhochschule die alten Räume saniert und neue Räume geschaffen. Auch ein neuer Kammermusiksaal mit bis zu 500 Plätzen ist geplant. Bald wird es dann genügend Ton- und Bild-Studios für die über 200 Studierenden der verschiedenen Medien-Studiengänge geben.


Studio der Robert-Schuhmann-Hochschule


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